Mauer und Glockenturm

Marken · Cesano-Tal

Sant'Andrea
di Suasa,
eine Burg in den Hügeln

Ein Dorf in einem noch vollständig erhaltenen Mauerring mit nur einem Tor, auf einem Kamm über dem Cesano-Tal, an klaren Tagen mit Blick auf den Apennin.

265 m ü. M.Ortsteil von Mondavio (PU)23 km von der Adria

Das Dorf

Eine bewohnte Burg über dem Tal

Sant'Andrea di Suasa ist ein Burgdorf auf dem Kamm links des Flusses Cesano, auf 265 Metern Höhe und 23 km von der Adriaküste.

Bekannt ist das Dorf für seinen mächtigen, noch vollständigen Mauerring mit einem einzigen Tor. Innerhalb der Mauern steht die Pfarrkirche Sant'Andrea; ringsum Hügel mit Weinbergen und Weizen und die historischen Orte des Tals: Mondavio, Corinaldo, Pergola, Mondolfo.

Aus der Gegend kommen die Salami di Frattula, die Zwiebel von Suasa und mehrere DOC-Weine. Die Gemeinde Mondavio, zu der das Dorf gehört, trägt die Orange Flagge des Touring Club Italiano.

Quellen: Wikipedia, e-borghi, museionline. Bericht von M. S., Einwohner, in einer Google-Maps-Bewertung.

Kirche Sant'AndreaDas TorWeg an der MauerPiazza MatteottiPlan der BurgSANT'ANDREA DI SUASAN050 m© OpenStreetMap contributors
Das Mauer-Oval, nach der Karte des Ortes gezeichnet: ein einziges Tor und rund 130 Meter von einem Ende zum anderen.
Die Burg von oben
Die Burg von oben
9. Jh.erste Erwähnung des Klosters S. Andrea
~1100die Burgmauer
1612Weihe der Kirche Sant'Andrea
1 Torein einziger Zugang durch die Mauer
Kirche und Glockenturm
Kirche und Glockenturm

Geschichte

Von der Römerstadt Suasa zur Burg der Mönche

Der Name erinnert an Suasa, eine Stadt vielleicht griechischen oder etruskischen Ursprungs, später der keltischen Senonen und schließlich römisches Municipium in der Cesano-Ebene. Als der Westgotenkönig Alarich sie 409 zerstörte, zogen die Bewohner auf die Hügel und gründeten befestigte Orte: Sant'Andrea und Castellone tragen bis heute den Beinamen „di Suasa“ zu Ehren ihrer Mutterstadt.

Es waren die Benediktinermönche, Gründer der nahen Abtei San Lorenzo in Campo, die das Tal trockenlegten und bestellten. Das Kloster S. Andrea erscheint schon im 9. Jahrhundert im Codex Bavarus; das Castrum Sancti Andreae entstand in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, und um 1100 bauten die Mönche die Mauer.

Dann kamen die Jahrhunderte der Herren: Malatesta, Della Rovere, Cesare Borgia, der Kirchenstaat. Die Burg wechselte oft den Besitzer, doch die Mauer der Mönche blieb. 1869 wurde die Gemeinde Mondavio angegliedert; das Dorf hat seine Form bewahrt, ein Oval von Häusern, von der Mauer umschlossen, mit einem einzigen Tor.

Wer hier geboren ist, erzählt den Rest: Sant’Andrea war lange eine freie Gemeinde, zuerst von einem Prior geführt, als benediktinisches Zentrum mit Bindung an San Lorenzo in Campo, dann von einem weltlichen Bürgermeister. Mit der Einigung Italiens wurde es Mondavio angegliedert; das Dorf führte eine lange Beschwerde bei der Regierung, die der Erste Weltkrieg abbrach. Seitdem ist es ein Ortsteil, und das erklärt die Bewertungen, die es „leer“ finden.

Quellen: Wikipedia, museionline.

Durch die Jahrhunderte

Dokumente und Karten

Historische Pläne zeigen das Dorf, wie es noch heute aussieht: ein Oval von Häusern, von der Mauer umschlossen, mit seinem einzigen Tor.

Historischer Plan der Burg
Historischer Plan der Burg
Burg und Umgebung auf einem alten Plan
Burg und Umgebung auf einem alten Plan
Der Codex Bavarus (Bayerische Staatsbibliothek, Clm 44), der das Kloster S. Andrea erwähnt
Der Codex Bavarus (Bayerische Staatsbibliothek, Clm 44), der das Kloster S. Andrea erwähnt
Das Wappen des Giovanni Della Rovere
Das Wappen des Giovanni Della Rovere

Wie es war

Piazza G. Matteotti auf einer alten Postkarte
Piazza G. Matteotti auf einer alten Postkarte
Das Dorf auf dem Hügel, altes Foto
Das Dorf auf dem Hügel, altes Foto
Die Kirche auf einer alten Postkarte
Die Kirche auf einer alten Postkarte
An der Mauer, altes Foto
An der Mauer, altes Foto

Veranstaltungen

Die Festa del Nino

Jeden Januar füllt sich das Dorf: Musik in den Gassen, Feuer auf dem Platz, die Prozession, lange Tafeln unter den Zelten. Die Festa del Nino, dem Schwein und den traditionellen Wurstwaren der Marken gewidmet, erlebte 2024 ihre einundzwanzigste Ausgabe.

Musikanten in Tracht auf dem Platz
Musikanten in Tracht auf dem Platz
Der Platz am Festabend
Der Platz am Festabend
Die Prozession durch die Gassen
Die Prozession durch die Gassen
Musik und Trachten der Tradition
Musik und Trachten der Tradition
Im Januarnebel
Im Januarnebel

Fotos vom Fest 2026: James Conrad Baker

21.Ausgabe 2024
Januarum Sankt Antonius Abt
FreiEintritt
Pro Suasader Verein, der es organisiert

Frühere Ausgaben

Quellen: La Festa del Nino, ilturista.info, eventiesagre.it.

Die Hügel

Die sanften Hügel des Cesano

Von der Mauer fällt der Blick ins Cesano-Tal und steigt bis zum Apennin wieder an. Die Landschaft wechselt mit den Jahreszeiten die Farbe: zartes Grün im Frühling, das Gold des Weizens im Sommer, das Rot der Reben im Herbst, Nebel und brennende Kamine im Winter. Man durchquert sie zu Fuß, mit dem Rad oder gemächlich mit dem Auto, auf Landstraßen, zwischen Rebzeilen und Olivenbäumen.

Sommer: Weizen auf den Hügeln
Sommer: Weizen auf den Hügeln
Das Kirchlein zwischen den Olivenbäumen
Das Kirchlein zwischen den Olivenbäumen
Winter: die Mauer
Winter: die Mauer

Der Wein

Weinland

Die Hügel um Sant'Andrea sind Rebzeilen, so weit das Auge reicht. In weniger als einer Stunde Fahrt trifft man einige der bekanntesten Herkunftsbezeichnungen der Marken, oft direkt beim Winzer zu probieren, mit denen, die den Wein machen.

  • Verdicchio dei Castelli di JesiWeißwein aus Verdicchio-Trauben
  • Lacrima di Morro d'AlbaDuftender Rotwein aus Lacrima-Trauben
  • Bianchello del MetauroWeißwein, mindestens 95 % Bianchello (Biancame)
  • PergolaRot-, Rosé- und Passito-Weine aus Aleatico
  • Rosso ConeroRotwein aus Montepulciano-Trauben
  • Colli PesaresiDarunter der Sangiovese der Hügel um Pesaro
Weinberge im Herbst
Weinberge im Herbst
Das Dorf zwischen den Weinbergen
Das Dorf zwischen den Weinbergen

Der Wein für hier: Terracruda

In Fratte Rosa, auf den nahen Hügeln, machen die Geschwister Avenanti Wein aus einheimischen Rebsorten und beleben alte Trauben der Gegend wieder: Bianchello del Metauro, Aleatico aus Pergola, Sangiovese der Colli Pesaresi. Neben dem Weingut liegt ein Agriturismo zwischen den Reben, wo in Terrakotta-Töpfen gekocht wird.

terracruda.it

Leben in Sant'Andrea

Dorfleben, gutes Essen, Wein und Hügel

Hierher kommt man nicht, um von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen. Man setzt sich auf den Platz, lässt sich das Dorf von Einheimischen erzählen, isst gut und sieht zu, wie sich das Licht über den Hügeln verändert. Das Meer ist, wenn man will, eine halbe Stunde entfernt.

Abendessen bei Sonnenuntergang an der Mauer

Die Menschen

Im Dorf kennt jeder jeden. Im Sommer isst man draußen an der Mauer mit Blick auf den Sonnenuntergang, abends plaudert man auf dem Platz; wer von außen kommt, wird wie einer von hier empfangen.

Spieße auf dem Grill bei Sonnenuntergang vor den Hügeln

Die Küche

Ländliche Küche der Marken: Wurstwaren aus dem Tal wie die Frattula, die Suasa-Zwiebel, Casciotta d'Urbino g.U. und im Herbst der weiße Trüffel, der Star der nationalen Trüffelmesse in Pergola im Oktober.

Hinter dem Tor

Die Dörfer

Mondavio mit der Rocca Roveresca 4 km entfernt, das ummauerte Corinaldo 8 km, Pergola mit den Vergoldeten Bronzen 13 km, Urbino, UNESCO-Welterbe, 27 km. Jeden Tag ein anderes mittelalterliches Dorf.

Marotta an einem Augustabend

Das Meer

Marotta, Senigallia und Fano sind etwa eine halbe Autostunde entfernt: In Marotta ist der Strand steinig, Richtung Senigallia wird er sandig. Für etwas wirklich Spektakuläres gibt es in etwa 40 Minuten Sirolo und Fiorenzuola di Focara.

In Google Maps öffnen

Die Hügel vom Fenster des Hauses aus
Die Hügel vom Fenster des Hauses aus

Meiner Meinung nach

Sant'Andrea, erzählt von jemandem, der hier ein Haus hat

Es gibt Orte, die dir nicht viel versprechen müssen. Sie bitten dich nur, stehen zu bleiben und sie anzusehen.

  1. Alles innerhalb der MauerDas ganze Dorf liegt innerhalb seiner Mauer: darüber hinaus ist es nicht gewachsen. Man kommt durch den einzigen Torbogen herein, und es ist ein kleines, stilles mittelalterliches Dorf, umgeben von Hügeln.
  2. Der SonnenuntergangDer Sonnenuntergang von der Westmauer aus ist spektakulär. Von den alten roten Mauern aus betrachtet man die Landschaft und akzeptiert ausnahmsweise, dass es nicht unbedingt etwas zu tun geben muss: Man kann einfach da sein.
  3. Mein TippGeht in die Taverne: Sie liegt innerhalb der Mauern, nahe der Kirche, ein authentischer, familiärer Ort, der meist gegen 21:30 Uhr öffnet (die Zeiten können sich ändern). Sie wird euer zweites Zuhause. Für eine Weinprobe gibt es Terracruda; in Fratte Rosa die Osteria! für den Aperitivo oder das Abendessen bei Sonnenuntergang, und die Osteria Mamá.
  4. Die MenschenAlle sind wie eine große Familie. Wer herkommt, dem sage ich, dass er auf die Hilfe der Bewohner zählen kann, freundliche Menschen: Wenn ihr Hilfe braucht, bekommt ihr sie.
  5. Die WahrheitEs gibt nicht einmal einen Lebensmittelladen, und das Dorf entvölkert sich. Zum Einkaufen fahren wir zum Famila in Mondavio; die nächste Apotheke ist in San Michele al Fiume. Und abends ist es oft windig: Achtet auf Türen und Fenster.
  6. Die richtige ZeitBleibt mindestens zwei Wochen. Ringsum gibt es Dörfer wie Mondavio, Corinaldo und Mondolfo, Hügel voller Aussichten und im Sommer überall Sagre und Dorffeste: Folgt einfach den Schildern an den Straßen. Für einen besonderen Ausflug die Grotten von Frasassi, am besten mit Reservierung.
  7. Die NeugierJe besser ich es kenne, desto mehr will ich verstehen, woher es kommt. Ich habe nach Dokumenten über seine Ursprünge gesucht und nach alten Karten, von denen einige sogar im Archiv fehlten.

— James Conrad Baker, Eigentümer der Dimora con vista

Was man sagt

Stimmen derer, die hier waren

★★★★★ 4,6 von 5 · 147 Bewertungen auf Google Maps

“La grande bellezza – die große Schönheit”
Raimonds K.
“Ein Italien, das es nur noch auf Fotografien gibt”
Franco A.
“Hier herrscht die Stille, mit einem einzigartigen Blick auf den Monte Catria”
Francesco S.
“So viel Liebe und Zugehörigkeit von denen, die es kennen und hier leben”
Federico M.
“Die Festa del Nino ist ein Muss in der Gegend!”
Matteo R.
“Nur eine Taverne, aber was für ein unglaublicher Charme!”
Eva S.
“Essen und Gastfreundschaft über allen Erwartungen”
Umberto B.
“Das schönste Dorf, das ich kenne, wo meine Großeltern lebten”
Laura M.

Die zwei Gesichter des Dorfes

„Ringsum Mauern, aber drinnen die Wüste … nicht einmal eine einfache Bar.“
Alessandro M., Besucher, 2 Sterne
„Ein Ort, an dem man den Schlüssel in der Tür stecken lassen kann … lebendiger als viele Orte, die ihr kennt.“
M. S., in Sant’Andrea geboren und wohnhaft, 5 Sterne

Beide haben recht. Wer in Eile kommt, findet ein stilles Dorf ohne Läden. Wer bleibt, versteht, warum die Menschen, die hier geboren sind, nicht weggehen wollen.

Kurze Auszüge aus öffentlichen Google-Maps-Bewertungen (November 2026), aus dem Italienischen übersetzt.

Das Dorf in Bildern

Ziegel, Reben und Sonnenuntergänge

Fotos von James Conrad Baker und aus dem Archiv des Hauses; einige historische und Dorfbilder stammen aus über die Jahre im Ort gesammeltem Material. Ist ein Foto von Ihnen und möchten Sie eine Nennung oder Entfernung, schreiben Sie uns in der Facebook-Gruppe des Dorfes.

Ein Haus mit Aussicht im mittelalterlichen Dorf Doppelzimmer, Bad, Küche und kleines Wohnzimmer Doppelzimmer, Bad, Küche und kleines Wohnzimmer

Übernachten in Sant'Andrea

Ein Haus mit Aussicht im mittelalterlichen Dorf

Ein Panoramahaus für zwei, mit einem Eingang an der Hauptstraße und einem am Weg entlang der Mauer. Abends belebt sich das Dorf in der Dorftaverne; ringsum Dörfer, Agriturismi und Weingüter zum Entdecken.

  • 2 Gäste · 60 m²
  • Doppelzimmer, Bad, Küche und kleines Wohnzimmer
  • Mit Blick auf die Mauer und das Cesano-Tal
  • Adriastrände etwa 30 Autominuten entfernt
Verfügbarkeit prüfen

Die Gemeinschaft

Sant'Andrea, erzählt von seinen Bewohnern

Seit 2009 vereint die Facebook-Gruppe „Sant'Andrea di Suasa e Pianaccio“ die Online-Gemeinschaft der Bewohner und Freunde des Dorfes; der Verein Pro Suasa belebt den Ort mit der Festa del Nino und den Veranstaltungen des Jahres.

Dank

Dank an die Associazione Pro Suasa und alle, die die Festa del Nino organisieren, an die Administratoren und Mitglieder der Gruppe „Sant'Andrea di Suasa e Pianaccio“ und an alle, die über die Jahre Fotos, Karten und Dokumente über das Dorf gesammelt haben. Mehr erfahren Sie in den Originalquellen.

Quellen

Fotos

Dorffotos von James Conrad Baker; Fotos des Hauses aus dem Inserat. Historische Bilder aus dem im Ort gesammelten Archiv. Burgplan nach Daten von © OpenStreetMap contributors. Haben Sie Fotos, Erinnerungen oder eine Korrektur? Teilen Sie sie in der Gruppe des Dorfes.